Sinnraum Allgäu
Der Entwurfsprozess
Dem Entwurf ging ein vielschichtiger, intuitiver und zugleich analytischer Prozess voraus. Am Anfang standen erste Skizzen – flüchtige Linien, tastende Formen ohne feste Bedeutung. Schnell stellte sich die zentrale Frage: Welches Gefühl soll dieser Ort auslösen?
Was macht einen Raum spirituell? Wie entsteht eine Atmosphäre, die berührt und innehalten lässt – ohne sich aufzudrängen, sondern eingebettet in die Landschaft des Allgäus?
Die Suche führte vom Sichtbaren ins Unsichtbare: zu Wahrnehmung, Intention und dem, was wir spüren, ohne es greifen zu können. In vielen Kulturen wird diese Qualität durch Rituale, Glauben und innere Haltung erfahrbar – unsichtbare Kräfte, die dennoch wirken.
Aus dieser Haltung heraus wurden universelle Geometrien zur Grundlage des Entwurfs: Kreis, Quadrat und Dreieck. Formen, die im Kleinen wie im Großen existieren und eine tief verankerte, kulturübergreifende Ordnung in sich tragen.
Parallel zum gedanklichen Prozess entstand der Raum im digitalen Modell – zwischen Intuition und konstruktiver Realität. So entwickelte sich aus Fragen, Linien und inneren Bildern ein Ort, der nicht nur gebaut werden will, sondern gefühlt werden möchte.
Der Sinnraum ist mehr als Architektur: eine Einladung zur Stille, zur Verbindung und zur inneren Bewegung.
Projektdetails
Fläche: 35m2
Neubau Entwurf & Planung
Preise: Ellhofer Sandstein
Publikationen: Westallgäuer Zeitung, Allgäu Tourismus, Ausflugstips Allgäu
Sichtbare Architektur
durch echtes Handwerk
„Die Materie ist nichts anderes als eine Verdichtung der Energie zu einem für die Sinne wahrnehmbaren Zustand.“
Albert Einstein
sinngemäß in mehreren Vorträgen zur Relativitätstheorie
Geometrie, Ort & Wahrnehmung
Der Sinnraum basiert auf der Verschmelzung von Dreieck, Quadrat und Kreis – elementare Formen, die in nahezu allen Kulturen als Symbole für Einheit, Ordnung und das Spirituelle verstanden werden. Aus ihrem Zusammenspiel entsteht eine Formensprache, die komplex erscheint, aber einer klaren inneren Logik folgt.
Das Dreieck steht für Ausrichtung und Aufstieg, das Quadrat für Erdung und Stabilität, der Kreis für Ganzheit und das Ewige. Ergänzt wird dieses Prinzip durch die Proportionen der „Blume des Lebens“ – ein uraltes Muster, das weltweit als Ausdruck von Harmonie und kosmischer Ordnung gilt.
Der Baukörper selbst ist Teil seiner Umgebung: Errichtet auf einem eiszeitlichen Drumlin, verbindet er Landschaft, Geschichte und Gegenwart zu einem neuen Ganzen.
Holz und Stein – regionale Materialien – schaffen eine ruhige, warme Atmosphäre und verankern den Ort in seiner Umgebung.
Die bewusste Ausrichtung nach Osten folgt einer jahrtausendealten Bautradition vieler Kulturen. Mit dem ersten Licht beginnt der Raum zu wirken – als Ort des Neubeginns, der Klarheit und der inneren Sammlung.
So entsteht ein Raum, der nicht erklärt werden muss, sondern erlebt werden kann.
Sichtbare Architektur
durch echtes Handwerk
Resonanz & Bedeutung
Der Sinnraum Oberreute ist ein gemeinschaftlich entstandenes Projekt – getragen von Engagement, Handwerk und regionaler Verbundenheit.
Als konfessionsoffener Ort der Stille und Achtsamkeit hat er bereits über die Region hinaus Aufmerksamkeit erlangt und wird als architektonische Besonderheit und Kraftort wahrgenommen.
Die Qualität des Entwurfs wurde auch fachlich gewürdigt: Der Sinnraum wurde unter anderem mit dem Ellhofer Sandsteinpreis ausgezeichnet – eine Anerkennung für die sensible Verbindung von Material, Ort und architektonischer Idee.
Er steht für eine Architektur, die reduziert ist und dennoch tief wirkt – ein Ort, der nicht erklärt werden muss, sondern erlebt wird.